Energiesparhaus energieeffizient beheizen

Das klassische Energiesparhaus zeichnet sich durch seine energiesparende Bauweise aus. Allerdings ist zu beachten, dass der größte Teil der im Haus aufgewendeten Energie nach wie vor für das Heizen und die Erwärmung des Trinkwassers benötigt wird. Moderne Energiesparhäuser kombinieren also reine bauliche Maßnahmen, wie wärmedämmende Gebäudehüllen, mit den Varianten, mit denen man ökologisch und wirtschaftlich heizen kann.

Durch die Kombination aus Gebäudehülle und energieeffizienter Heiz- und Haustechnik können die Häuslebauer unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Entscheidend ist, dass das Haus sich bei einer normalen Benutzung energieeffizient betreiben lässt. Typische Kombinationen für das Energiesparhaus sind etwa:

 

  • - Gas-Brennwertheizung mit Solaranlage für die Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung sowie eine Außenwand- und Dachdämmung
  • - Wärmepumpe inklusive Außenwand- und Dachdämmung
  • - Kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung sowie dreifach verglaste Fenster mit Spezialrahmen
  • - Holzpellet-/Biomasseheizung mit Solaranlage zur Warmwasserbereitung inklusive Außenwand- und Dachdämmung
  • - Kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung sowie neue Fenster mit Doppelverglasung
  • - Passive solare Wärmegewinne sowie neue Fenster mit Doppelverglasung

Wer es noch genauer wissen will, kann sich mit einem der Online-Tools der EnergieAgentur.NRW genauere Daten über Blockheizkraftwerke, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) und vieles mehr holen.

 

Richtige Heizung für das Energiesparhaus finden

Bevor sich angehende Bauherren in die konkrete Planung stürzen, sollten sie prüfen, welche Heizungsvariante für sie infrage kommt. Hier lässt sich in drei grobe Grundrichtungen unterscheiden:

 

  1. Heizen mit Brennwerttechnik
  2. Heizen mit Wärmepumpen und Pelletheizungen
  3. Heizungsunterstützung mit Kaminöfen und Solarthermieanlagen

 

Entscheidend ist aber auch der Wärmebedarf, den das Energiesparhaus aufweist. Eine Heizlastberechnung gibt im Vorfeld Aufschluss darüber. So können Bauherren eine Heizung finden, deren Leistung auch zum Bedarf passt. Über- und unterdimensionierte Heizungen sorgen nur dafür, dass zu hohe Energie- oder Investitionskosten entstehen.

 

Die Brennwerttechnik im Energiesparhaus

Die Brennwerttechnik mit einem entsprechenden Brennwertkessel ist eine sehr preiswerte Form der Heizungserneuerung im Bestandsbau. Der bisher genutzte Kessel wird einfach ausgetauscht, die Öltanks oder der Gasanschluss können weiter genutzt werden. Das spart Investitionskosten. Der Vorteil bei der Brennwerttechnik besteht darin, dass sie einen größeren Anteil der Energie aus dem Brennstoff nutzen kann.

 

Wärmepumpen und Pelletheizungen im Energiesparhaus

Für neu gebaute Energiesparhäuser lohnt sich ein Blick zu Wärmepumpe und Pelletheizung. Die Investitionskosten fallen höher aus, dafür sind die laufenden Heizkosten geringer. Wärmepumpen arbeiten mit Strom, wobei es spezielle Wärmepumpentarife gibt. Mit dessen Hilfe ziehen sie Energie aus dem Erdboden oder der Umgebungsluft. Pelletheizungen dagegen benötigen Pellets, um das Haus zu beheizen und gelten als CO2-arm.

 

Beide Varianten sind deutlich teurer, was bei der Erdwärmepumpe auch an den Tiefenbohrungen liegt und den unterirdischen Kollektoren. Daher braucht sie auch ein entsprechend großes Grundstück. Die Pelletheizung benötigt dagegen einen Lagerraum für den Brennstoff.

 

Kaminöfen und Solarthermieanlagen

Bleiben noch Kaminöfen und Solarthermieanlagen, die jedoch nicht das komplette Heizsystem ersetzen können. Kaminöfen werden ans Heizsystem angebunden und dienen der Einzelraumbeheizung. Außerdem kann die erzeugte Wärme in einen Pufferspeicher geleitet werden und so die Hauptheizung unterstützen. Die Solarthermie dient ebenfalls unterstützend, vor allem bei der Warmwasserbereitung. Allerdings benötigt sie ein entsprechend ausgerichtetes und geneigtes Dach, um gute Leistungen zu erzielen.

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