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Neue Entwicklungen/Tendenzen bei Energiesparhäusern

Öko ist in. Noch vor wenigen Jahren hätte dieser Satz nicht einmal für ein müdes Lächeln
gereicht. Doch spätestens seit Fukushima hat auch in den breiten Bevölkerungsschichten ein radikales Umdenken stattgefunden. Bauherrn von Niedrigenergiesparhäusern, Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen sind längst keine Vorreiter mehr.

 

Vor dem japanischen Atom-Gau war es oft gesetzlichen Auflagen und den hohen Energiepreisen zu verdanken, wenn entsprechend gebaut wurde, gab und gibt es doch entsprechende staatliche Förderungen. Inzwischen ist der Markt jedoch so weit fortgeschritten, dass sich sogar weitläufige Konsequenzen und Marschrichtungen bestimmen lassen.

Allerdings verhalten sich die Energieversorger in Deutschland bzgl. Energiewende widersprüchlich. Drei von vier Versorgern wollen zwar die Ökostromerzeugung ausbauen, allerdings kommt der wichtige flächendeckende Ausbau intelligenter Verteilernetze, so genannter Smart Grids, nicht voran.

Und das, obwohl die Regenerativen Energien im ersten Halbjahr 2012 ein Viertel des Strombedarfs Deutschland lieferten. Zu dieser Auswertung kam der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Das bedeutet einen Anstieg von mehr als 4% im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011. Die bedeutendste Erneuerbare Energie ist die Windenergie (9,2%). Danach folgen Biomasse (5,7%) und Photovoltaik (5,3%).  Die Photovoltaik konnte ihren Beitrag um 50% im Vergleich zu 2011 steigern.

 

Neben der immer effektiver werdenden Technik und Bauweise von Energiesparhäusern ist das besonders mit Blick auf sogenannte Blockheizkraftwerke festzustellen. Selbst die großen Energieversorger haben das unlängst erkannt und sehen ihre neue Zukunft klar vor Augen. Noch bis vor kurzer Zeit waren Blockheizkraftwerke, kurz BHKWs, der Industrie und Wirtschaft auf Grund der Einrichtungskosten vorenthalten, da viel zu hoch für private Hausbesitzer und Bauherrn. Aktuelle Entwicklungen und neue Förderungsmöglichkeiten lassen den Einsatz eines kleinen Kraftwerks in den eigenen vier Wänden immer lukrativer werden.

Zugegeben, auch heute sind die Anlagen noch teuer, dennoch werden die Preise immer attraktiver. Immer mehr Anbieter von Blockheizkraftwerken debütieren mit kleinen Anlagen für Ein- und Zweifamilienhäuser. Prinzipiell reichen die Einsatzmöglichkeiten vom kleinen BHKW in einem Einfamilienhaus bis hin zur Wohnanlage. Wie so oft gilt jedoch hier noch der Grundsatz, je kleiner, desto größer der Aufwand und damit folglich geringer die Wirtschaftlichkeit. Werden jedoch die Einsatzmöglichkeiten genauer betrachtet, ergeben sich auch für die kleinen Häuser Chancen, zum Beispiel dann, wenn sich mehrere Hausbesitzer zusammenschließen. Bereits in einer kleinen Wohnanlage ist der wirtschaftliche Vorteil in Höhe von rund sechs Prozent Rendite auszumachen. Geht es um die Umweltverträglichkeit, sind die Mini BHKW ungeschlagen.

 

Die Ausbeute herkömmlicher Stromgewinnung entspricht einer Energieausbeute von circa 30 bis 40 Prozent. Die Wärme ist dabei zumeist ein ungenutztes Abfallprodukt, welches buchstäblich verpufft.

Beim BHKW beträgt die Effizienz bei der Energieumwandlung satte 90 Prozent, denn Strom wird nur dann produziert, wenn Wärme benötigt wird. Dieses Prinzip ist schon lange unter dem Namen Kraft-Wärme-Kopplung bekannt, nur dass eben die Mikro- und Kleinanlagen erheblich zu teuer waren.
Ein Verbrennungsmotor treibt einen Strom produzierenden Generator an, die dabei entstehende Wärme (Verbrennung, Abgase und auch die Strahlungswärme) wird durch Wärmetauscher dem Warmwasserkreislauf in Form von Brauch- und Heizwasser zugeführt.

 

Gut 60 Prozent aller deutschen Industrieanlagen werden inzwischen so betrieben. Insgesamt liegt der Anteil bei etwa 15 Prozent. Nur diese 15 Prozent bedeuteten 2010 fast 50 Millionen Tonnen weniger schädliche CO2-Emissionen bei dem bereits genannten Wirkungsgrad von 90 Prozent.

Die Förderungen sind inzwischen ebenfalls interessant. Ob nun für Eigenbedarf oder ins Netz eingespeist, die Energieversorger erstatten über einen Zeitraum von zehn Jahren je Kilowatt 5,1 Cent. Dazu kommt derzeit circa ein Cent für die Nichtnutzung von Stromleitungen. Für jedes eingespeiste Kilowatt gibt dann nochmals Geld. Dieser Preis richtet sich allerdings nach den aktuellen Preisen, die über die Strombörse in Leipzig ermittelt werden. Derzeit liegt diese Zuzahlung bei knapp 5,5 Cent je kWh. Insgesamt ergibt sich also ein Betrag von knapp 12 Cent, den die Energieversorger derzeit bezahlen.

 

Besitzer von kleinen Wohnanlagen und Mehrfamilienhäusern können einen noch effektiveren Weg gehen: Sie verkaufen den Strom günstiger als die Versorger an ihre Mieter. So profitieren nicht nur Mieter und Vermieter, sondern wir alle. Die Prognosen lauten auf Einsparungen von 70 Millionen Tonnen CO2-Emissionen in 2020, wobei nicht vergessen werden darf, dass die Anlagen von Jahr zu Jahr noch preiswerter werden. Die Energieversorger sehen hier auch die Zukunft: So sollen imaginäre, dezentrale Kraftwerke durch Zusammenschluss von Einzelanlagen entstehen und auch als solche gesteuert werden.