Richtig lüften im Energiesparhaus

Richtiges Lüften ist entscheidend – nicht nur im Energiesparhaus. Seit Jahr und Tag ist bekannt, dass der „Durchzug“ wichtig ist. Kurzes Stoßlüften bringt wesentlich mehr als ein Fenster, das den ganzen Tag gekippt ist und dauerhaft für Frischluftzufuhr sorgen soll. Allerdings wird immer wieder davon gesprochen, dass im Energiesparhaus überhaupt nicht gelüftet werden müsse und dürfe. Grundsätzlich ist ein Lüften im Energiesparhaus mit der richtigen Heizungsenergie und Belüftungstechnik nicht zwingend erforderlich, allerdings auch keinesfalls verboten. Vor dem Bau sollte man daher verschiedene Lüftungstechniken genauer betrachten, um die ideale Lösung für das eigene Haus zu entdecken. In Frage kommen zum Beispiel Lüftungsanlagen, die mit einer Wärmerückgewinnung arbeiten. In diesem Fall sind Lüftung und Heizung identisch.

 

Wie funktioniert die Lüftung mit Wärmerückgewinnung?

Bei der Lüftung mit Wärmerückgewinnung wird nach einem einfachen Prinzip vorgegangen:

  1. Kalte, frische Luft wird von außen angesaugt und über einen Platten-Wärmetauscher geleitet.
  2. Luft wird dort mit der warmen Abluft gekreuzt und nimmt die Wärme dieser Abluft auf.
  3. Warme Luft wird über Kanäle im Haus verteilt.
  4. Verbrauchte Luft aus dem Haus wird abgesaugt.
  5. Wärme wird aus der abgesaugten Luft gewonnen (siehe Schritt 2).
  6. Abgesaugte Luft wird nach außen abtransportiert.

 

Der besondere Vorteil bei diesem Verfahren ist der geringe Energieverbrauch. 90 Prozent der benötigten Wärme wird über die abgesaugte Luft gewonnen, lediglich zehn Prozent werden elektrisch nachgeheizt. Voraussetzung für das System ist allerdings, dass die Hausdämmung optimal ausgeführt wurde.

 

Pufferspeicher mit einsetzen

Wer mag, kann zusätzlich noch einen Pufferspeicher mit einsetzen. Über diesen kann die Lüftungsanlage samt Wärmerückgewinnung zusätzlich in die Brauchwasser-Bereitung mit integriert werden. Meist werden dabei Solarthermie, Wärmepumpe und Holzpelletkessel miteinander verbunden. Das spart deutlich Energie ein, man kann aber auch auf doppelte Systemkomponenten verzichten.

 

Abluftventilatoren nutzen

Alternativ zu den Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung können auch Abluftventilatoren eingesetzt werden. Insbesondere in Küche und Bad sind diese ratsam, da hier durch Kochdämpfe und heißes Bade- oder Duschwasser besonders viel warme, feuchte Luft entsteht, die schnellstmöglich aus dem Haus abtransportiert werden sollte. Diese Abluftventilatoren sollten möglichst direkt über den Abluftquellen angebracht werden (z. B. Herd oder Badewanne). So kann die Abluft schneller entweichen.

 

In der Küche kommen vor allem Flachkanalsysteme zum Einsatz. Ihr Ziel ist es nicht nur, die verbrauchte Luft abzusaugen, sondern auch, Essensgerüche während des Kochens zu vermeiden. Außerdem  gibt es spezielle Möbellüftungen, die gerne in der Küche hinter den Elektrogeräten, wie dem Kühlschrank, angebracht werden. Ziel ist es, einen Wärmestau hinter den Geräten zu vermeiden.

 

Wer einen Wäschetrockner mit Abluftsystem verwendet, setzt in der Regel auf ein Flexrohr. Dieses ist deshalb so sinnvoll, weil es sich einfach formen lässt, sehr robust und strapazierfähig ist und die entstehende feuchte Luft sehr gut zum Kanalentfeuchter transportieren kann.

 

Im Badezimmer sind Türlüfter und Einbauventilatoren beliebt. Die Einbauventilatoren haben sich übrigens nicht nur im Energiesparhaus bewährt. Auch in vielen alten Häusern und Mietshäusern wurden sie bei der Sanierung eingebaut. Meist sind sie mit Bewegungsmelder und/oder Zeitschaltuhr ausgestattet. Sie werden in Gang gesetzt, sobald die Badezimmertür geöffnet wird oder wenn man sich seit einer gewissen Zeit im Bad befindet.

© Photographee.eu – Fotolia.com
© Smileus - Fotolia.com
Besucher dieses Themas interessierte außerdem!

» Energieeffizienzhäuser

» Was ist ein Niedrigenergiehaus?

» Was ist ein Passivhaus?