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Das Haus zukunftssicher vernetzen

Das Thema „Smart Home“ ist wird seit Jahren heiß diskutiert. Doch eine echte Definition vom „intelligenten Zuhause“ gibt es bis dato nicht. Dennoch möchten wir in diesem Artikel zeigen, wie sinnvoll eine strukturierte Vernetzung für Neubauten und bestehenden Wohnungen sein kann.

 

Die Zukunft beginnt bei der Planung

Was schwirrt Menschen auf der Suche nach der passenden Immobilie auf http://www.immobilienscout24.de/de/finden/gewerbe/index.jsp durch den Kopf? Vieles, wahrscheinlich machen sie sich um Stromkabel, Lichtschalter und Steckdosen die wenigsten Gedanken. Das ist nicht nur schade, sie könnten es in wenigen Jahren bereuen, wenn jeder Kühlschrank und jede Waschmaschine über das Netzwerk steuerbar sein wird. Stromkabel, Steckdosen und Co.

 

bilden die Basisausstattung einer Elektroinstallation, intelligente Planer gehen allerdings einen Schritt weiter: Zusätzlich zur klassischen Energieverteilung verlegen sie eine „strukturierte Verkabelung“, die aus Koaxial- und Netzwerkkabeln besteht. Diese garantiert im Gegensatz zu WLAN- und Funk-Lösungen maximale Übertragungsgeschwindigkeiten, Störsicherheit und Zuverlässigkeit. Ein separates Multimediafeld ist der Dreh- und Angelpunkt für einen reibungslosen Datenverkehr. Hier laufen alle Datenleitungen zusammen beziehungsweise auseinander - in jedes zum Netz dazugehörige Zimmer. So kann jede Person im Haushalt über passende Endgeräte Zugriff auf alle Medien erhalten.

 

Die Qual der Wahl

Telekommunikations-, Radio- und TV-Dienste werden auch in Zukunft weiterhin unser tägliches Leben modellieren. Wer ein Haus baut oder renoviert, stellt sich immer häufige die Frage, wie man sich für die Zukunft rüsten kann. Welche Kabel sollten durch das Haus laufen?

Grundsätzlich kommen zwei Lösungen infrage:

  1. die strukturierte universelle Verkabelung sowie
  2. die getrennte Parallelinstallation von Koaxial- und Kupferkabeln.

Die strukturierte Verkabelung nach EN 50173–4 basiert auf einem zentralen Kommunikationsverteiler pro Wohneinheit, von dem aus sternförmige Verkabelungen zu allen Anschlussdosen laufen. Dabei muss in jedem Raum mindestens eine Multimedia-Anschlussdose zu finden sein. Eine hybride Verkabelung mit Koaxialkabel für TV sowie CAT5e Kupfer für das Netzwerk und die Telefonie ist die Basis des Systems.

 

Der zentrale Punkt des Systems ist die Fläche, wo sämtliche Installationen für Heimnetzwerk, Daten, TV, Telefonie und Radio zusammenkommen. Die Installation gewährleistet einen langfristigen Investitionsschutz bei neuen Technologien und bietet seinen Nutzern eine flexible und unabhängige Providerwahl.


Die zweite Lösung ist die getrennte parallele Verkabelung, die separate Kabel- und Telefonanschlüsse schlaufenartig in alle Räume zieht. Mit spezieller Zusatzausrüstung ist auch diese Struktur als künftige Heimvernetzungslösung nutzbar.

Kabel und Netzwerkdosen

Mittlerweile lässt sich so ziemlich alles über WLAN übertragen. Gerade in dicht bewohnten Gegenden ist WLAN alles andere als zuverlässig. Die Netze überlagern sich und sorgen führ Störungen im Heimnetzwerk. Aus diesem Grund sollte man bei einer Renovierung oder beim Hausbau nicht auf eine Vernetzung mit Netzwerkkabeln verzichten. Absolutes Minimum sollten CAT5e Kabel sein, wer dagegen auf Nummer sicher gehen möchte, entscheidet sich für Kabel der Kategorie 7. Sie erreichen Frequenz von bis zu 600 MHz bei einer Übertragungsrate von bis zu 10 GBit/s und einer Reichweite von maximal 100 Metern. Gutes Cat7 Kabel kostet mindestens 60 Euro, eine Investition, die sich allerdings lohnt. Bei den Netzwerkdosen sind Cat 6 Dosen ausreichend. Sie kosten zwischen fünf und zehn Euro.


Bleibt nur noch die Frage zu klären, wie viele Netzwerkdosen im Haus sinnvoll sind. Diese Frage kann natürlich niemand pauschal beantworten, da es auf die eigenen Bedürfnisse ankommt. Wer sein Haus auch vom WC aus mit seinem Tablet fernsteuern möchte, der benötigt wahrscheinlich auch im Badezimmer eine Netzwerkdose. Als Faustregel gilt allerdings: Mindestens eine Doppel-Netzwerkdose in jedem Zimmer. Im Wohnzimmer sollte es sogar mehr sein, schließlich lassen sich die meisten Geräte bereits über das Netzwerk steuern. Auch wenn Interessierte heute nicht ihren Kühlschrank vom Smartphone aus steuern, vielleicht werden sie es in zwei Jahren tun. Das nachträglich Aufrüsten durch das Verlegen von Kabeln ist nicht nur teuer, sondern auch sehr umständlich.

Serverschrank und Patchpanel

Alle im Haus verlegten Kabel müssen sich an einem zentralen Ort treffen und gepatcht werden. Dazu eignet sich ein Hauswirtschaftsraum oder eine Abstellkammer. Dort liegen in der Regel auch Internet und Telefon an. Der Serverschrank passt perfekt in diese Umgebung. Für ein Einfamilienhaus ist ein 10-Zoll-Serverschrank mit 10-Zoll-Patchpanel für etwa 80 Euro ausreichend. Den Schrank schrauben Renovierer und Häuslebauer ganz einfach an die Wand, anschließend geht es an die Netzwerkdosen.


Es gibt zwei Normen für die Installation von Netzwerkdosen: TIA–568A und TIA–568B. Der B-Standard ist am weitesten verbreitet, bietet allerdings keinen Vorteil gegenüber dem anderen Standard, es handelt sich lediglich um verschiedene Verkabelungsmöglichkeiten. Wichtig ist, einen Standard auszuwählen und im ganzen Haus einzuhalten.

 

So erfolgt der Anschluss:

 


Pin

TIA–568A

TIA–568B

1

Weiß/Grün

Weiß/Orange

2

Grün

Orange

3

Weiß/Orange

Weiß/Grün

4

Blau

Blau

5

Weiß/Blau

Weiß/Blau

6

Orange

Grün

7

Weiß/Braun

Weiß/Braun

8

Braun

Braun

Um das Cat 7 Kabel an die Netzwerkdose anzuschließen, muss es etwa drei Zentimeter abisoliert werden. Im Anschluss die Schirmung von allen vier Aderpaaren entfernen und die Netzwerkkabel auf die Netzwerkdose auflegen.


Zum Auflegen wird ein Auflegewerkzeug, welches einzeln oder im Set mit Krimpzange und Diagnosegerät erhältlich ist, benötigt. Nachdem alle Netzwerkkabel richtig aufgelegt wurden, kann die erste Funktionsprüfung erfolgen. Ein simpler LAN Tester aus einem Netzwerk-Werkzeug-Set ist ausreichend. Über ein Netzwerkkabel den LAN Tester mit dem Patchpanel und das andere Teil mit der entsprechenden Dose verbinden.

 

Nun prüft das Gerät, ob alle Adern richtig aufgelegt sind. Die Leuchtdioden von 1 bis 8 müssen aufleuchten. Funktioniert alles richtig, können Sie das Patchpanel einbauen, den Switch in den Serverschrank bauen und die Patchkabel vom Patchpanel zum Switch stecken. Abschließend noch einen Test unter realen Bedingungen durchführen - fertig ist das verkabelte Zuhause.