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Wärmedämmung mit Styropor? Es hagelt zunehmend Kritik

Die EnEV 2014 wird kommen. Schon jetzt erlebt das Thema Energieeinsparen in den eigenen vier Wänden einen regelrechten Boom. Doch mit einer angeblichen Patentlösung werden immer auch Stimmen laut, die vor allzu viel Eifer warnen. In diesem Fall betrifft es die Fassadendämmung mit Styropor und aller Probleme, die damit einhergehen können.


Dass eine Dämmung bei Bestandsbauten nicht schadet, das ist unbestritten. Die oberste Geschossdecke oder das Dach zu dämmen wird sogar als äußerst sinnvoll eingestuft. Der Einbau einer energieeffizienten, dem Gebäude angepassten Heizung wird ebenfalls nicht infrage gestellt. Worum es geht, ist die Außenwanddämmung mit Polystyrol, den meisten Menschen eher unter dem Namen Styropor bekannt.


Kritik an der Dämmung mit Styropor
Wer unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit wohnen möchte, sollte Letzteres auf keinen Fall verwenden. Denn der Verbunddämmstoff wird unter noch nicht näher benanntem Energieaufwand aus Öl hergestellt. Dennoch ist Styropor als Wärmedämmstoff zugelassen. Voraussetzung dafür ist, dass es fachgerecht, das heißt von geschulten Handwerkern, verbaut wird.
Viele Probleme, die durch die Styropordämmung entstehen, sind schon jetzt an den Gebäuden erkennbar, die im Zuge der 90er Jahre damit gedämmt wurden. Zum einen sind etliche von Algenbefall betroffen, welcher zu einer besonders unschönen fleckigen Optik führt. Hiergegen ist bis heute keine ausreichende Lösung gefunden worden. Der Algenbefall selbst tritt häufig an der Nordseite des gedämmten Gebäudes auf. Hier trocknet die Fassade aufgrund des geringen Sonneneinfalls nicht schnell genug.


Viele behaupten auch, dass Außenwände mit der dicken Dämmung nicht richtig atmen könnten und somit ebenfalls die Bildung von Schimmel begünstigt werden würde. Das stimmt so nicht. Erst einmal atmen Wände nicht und es müsste auch ohne Dämmung regelmäßig gelüftet werden. Problematisch wird es erst, wenn die Dämmung auf einer feuchten Außenwand aufgebracht wird, beziehungsweise diese durch Schäden, wie Spechtlöcher, im Nachhinein feucht wird.


Taugen alternative Dämmmaterialen?
Alternative Dämmmaterialen sind Holz, Kork, Hanfwolle und Schafwolle. Je nach Beschaffenheit des zu dämmenden Objekts sind sie mehr oder weniger geeignet und effektiv im Vergleich zu einer  Dämmung mit einem Verbundsystem aus Polystyrol.


An einer Alternative arbeiten derzeit die Wissenschaftler der forstwissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Gemeinsam mit acht Partnern aus der Industrie untersuchen sie die wärmedämmenden Eigenschaften von Hartschäumen aus Tannin. Bei Letzterem handelt es sich um ein bisher ungenutztes Restprodukt der holzverarbeitenden Industrie.


Bei denkmalgeschützten Bauwerken und auch bei Altbauten mit besonders schöner Fassade wird die Dämmung nicht von außen angebracht. Damit der Taupunkt nicht weit in den Innenraum hineingezogen, und damit die Schimmelbildung begünstigt wird, plädieren Experten für die Verwendung von sogenannten dampfoffenen Dämmungen. Auch stellt die alleinige Dämmung von innen an thermisch wichtigen Bauteilen, wie das eingangs schon angesprochene Dach eine sinnvolle Alternative dar.

 

Video zum Thema Wärmedämmung!

 

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